Mein erster Tag auf der Insel Camotes

Mal abgesehen davon, dass Camotes nicht eine Insel ist, sondern aus den vier Inseln Pacijan, Poro, Tulang und Ponson besteht . . .

Da war ich nun auf Camotes – alleine auf einer kleinen Insel, nämlich Pacijan, ohne Internet und Telefon.
Das war an diesem Tag nicht anders wie am Abend zuvor.

Internet ist auf den Philippinen ganz allgemein so ein Thema aber ganz besonders auf Camotes.

Das machte mir schlagartig bewusst, wie abhängig ich doch bereits von den postmodernen Kommunikationsmitteln war.
Meine Laune war an diesem Morgen wirklich nicht die beste.

Also schlurfte ich unmotiviert zum Restaurant und bestellte etwas, was einem Frühstück, wie ich es kenne, am nächsten kommt.
Nein, amerikanisches Frühstück ist für jemanden, der von unserer Brotkultur verwöhnt ist, schlicht kein Frühstück.
Über gesund sollte man da schon gar nicht nachdenken.

Warum wohl ein grosser Teil der amerikanischen Bevölkerung übergewichtig ist, dachte ich mir dabei und blickte auf den Teller mit den drei Scheiben Toastbrot und dem fettglänzenden gebratenem Speck.

Lustlos habe ich auf dem Toastbrot herumgekaut und permanent auf das Handy gestarrt, ungläubig, dass es tatsächlich kein Internet gibt.

Zum Glück hatte ich am Vorabend schon den Scooter gemietet und so konnte ich die Umgebung erkunden.

Hier kam der erste Aufsteller, beim kleinen Shop wurde ich von der Mama mit einem freundlichen Lächeln empfangen.
Und da stand er auch schon, mein kleiner Flitzer.
Ein neuer Honda Beat.

honda-new-beat

Atemberaubende 110 ccm, die brachiale 6.38 kW erzeugen.
Wobei wahrscheinlich die Hälfte der Leistung am Variomat verloren geht, bevor die Kraft den überdimensionierten 90er-Hinterreifen in Bewegung setzen.

Okay, der Reifen ist nur halb so breit, wie das was ich mich gewohnt bin aber die Motorleistung?
Hat ein Anlasser von einem erwachsenen Motorrad nicht etwas um 1 bis 1.5 kW?
Diesen Gedanken sollte ich wohl eher nicht vertiefen und einfach nur geniessen.

Nachdem wir die Formalitäten erledigt hatten, stellte ich einige Frage und beendete dadurch unsere Verständigungsmöglichkeiten.
Das sollte aber nur im ersten Augenblick ein Nachteil sein.

Die Mama rief nach jemandem der gut Englisch sprach und da stand plötzlich eine junge Frau mit einem sehr sympathischen Lächeln vor mir.

Sie kontrollierte den Scooter gewissenhaft, erklärte mir das Fahrzeug, ebenso wie die Fahrweise auf der Insel und gab mir einige Tipps, was ich mir den ansehen könnte.

Mein erstes Ziel war der schönste Strand von Camotes, der Santiago white beach im Süden der Insel Pacijan.

Auf der Fahrt zu diesem Strand begann ich zu realisieren, dass Camotes noch sehr ursprünglich ist.
Hier kann man die Philippinen noch wirklich erleben.

Camotes-Santiago-Beach-01

 

Da war ich, am Santiago Beach und ich muss es zugeben, alleine an einem traumhaften Strand zu sein macht nun nicht wirklich viel Spass.
So entschied ich, mich auf den Weg zu den Sehenswürdigkeiten von Camotes machen.

Warum aber kann ich mich jetzt an nichts wirklich erinnern?

Im Worldwideweb nachsehen fällt auch ins Wasser, da Camotes, zumindest internettechnisch, nicht ganz zur Welt gehört – oder es müsste treffender heissen partlyworldwideweb.

Wie auch immer, hätte ich der jungen Frau besser mal zugehört, als in ihren Augen zu versinken.

Doof wie ich war – und teilweise auch noch bin, habe ich natürlich auch nicht gefragt ob sie mein Tourguide sein möchte.

Was nicht war, kann ja noch sein, dachte ich mir und fuhr zurück zu der Verleihstation.

Nur war sie jetzt nicht mehr da und so stammelte ich, bei der anwesende Mama, etwas zusammen.
Mensch war ich plötzlich nervös.
Von wegen ein gestandener Mann.

Mit einem freundlichen Lächeln antwortete sie mir, dass ihre Tochter bald wieder zurück sein wird und sie auch als Tourguide arbeitet.

Die Tatsache, dass sie die Tochter war, beruhigte meine Nervosität jetzt nicht wirklich, doch zumindest hatte ich jetzt einen Guide – und eine sehr attraktive Begleitung.

Eine Stunde später war es dann soweit und wir fuhren los.
Loney, so heisst die junge Frau mit dem bezaubernden Lächeln, fuhr voraus und ich völlig orientierungslos hinterher.

Warum bloss kamen mir jetzt an Piggeldy und Frederick in den Sinn?!

Aber – es macht durchaus Sinn, einen Tourguide zu nehmen und sich die Schönheiten eines Ortes zeigen zu lassen.

Entspannt dem Guide hinterher fahren, den warmen Wind im Gesicht spüren, die tolle Landschaft geniessen und über nichts nachdenken – jetzt beginnt der Urlaub so richtig.
Einfach nur herrlich.

Die erste Station war Buho-Rock auf der Insel Poro.
Der Buho-Rock sind bizarre Felsen mit einem kleinen Plauschbad.

buho-rock

Danach ging es weiter zur Bukilat Cave, der grössten Höhle von Camotes, ebenfalls auf der Insel Poro.

Es wurde langsam warm, um nicht zu sagen heiss, und so führte mich Loney in den kühlen Dschungel zum Busay Falls.

busay-falls-01

Dieser Wasserfall ist ebenfalls auf der Insel Poro.

busay-falls-02

In einem fremden Land ist es immer von Vorteil, wenn man in Begleitung einer einheimischen Person ist.
Insbesondere in einem Land, in welchem so vieles so anders ist, wie in der Heimat und auf einer Insel auf der die Philippinen noch sehr ursprünglich sind.

Loney führte mich zum Public Market direkt am Baywalk Trail, in San Francisco auf der Insel Pacijan.
Dort hat es einige Grillstände die einfache aber leckere philippinische Speisen anbieten.
Vieles war hier angeboten wird, ist und wird nie meine Sache sein, doch die Hänchenspiesse und der Honigreis sind wirklich lecker.

essen

Nach dem wir uns gestärkt hatten, schlug Loney vor, dass wir den Tag am Santiago Beach ausklingen lassen sollten.
Schliesslich wollten wir auch unser angeregtes Gespräch weiterführen.

Gesagt getan und so fuhren wir zum Santiago Beach.
Diesen Strand kannte ich doch bereits und es schloss sich der Kreis.

Santiago-White-Beach-11

 

Bei einem leckeren Eiskaffee und dem Blick über den Ozean mit dem malerischen Sonnenuntergang, unterhielten wir uns angeregt bis die kleine Bar am Sandstrand schloss.

Zufrieden fuhren wir wieder zurück – dass heisst, zumindest ich war zufrieden und entspannt.
Vor dem Hotel angekommen verabschiedete ich mich von Loney und freute mich darauf sie am nächsten Tag wieder zu sehen.

Nie hätte ich am Morgen gedacht, dass der Tag noch so spannend abwechslungsreich werden wird.

Dass ich noch viel Zeit mit Loney verbringen und gemeinsam mit ihr die Philippinen kennenlernen werde – daran dachte ich in diesem Moment überhaupt nicht.

Ich tat es dem Hund gleich, der sein Schlaflager direkt vor meiner Zimmertür gefunden hatte und kuschelte mich in mein Bett, das mir heute schon wesentlich bequemer vorkommt, wie noch in der vergangenen Nacht.

hund-auf-camotes

 

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