Reisehinweise Italien


Inhaltsverzeichnis

Allgemeine Informationen
Allgemeine Einschätzung der Sicherheitslage
Geographie
Klima
Beste Reisezeit
Einreise und Dokumente
Notfallnummern
bei einem Unfall
Geld

9.1  Währung
9.2  Zahlungsmittel
9.3  Wichtig

10  Sicherheit

10.1  Persönliche Sicherheit
10.2  Sicherheit für Dein Fahrzeug
10.3  andere Risiken

11  Gesundheit

11.1  Impfungen

12  Einkaufen in Italen

12.1  Produktefälschungen und Betrug
12.2  ganz wichtig
12.3  Verhandeln

13  Rauchverbot
14  Trinkgeld

14.1  Pane e corpo

15  Telefon und Internet
16  Kleidung
17  Motorrad mieten
18  Strassenzustand

18.1  Autobahn
18.2  Hauptstrassen
18.3  Nebenstrassen
18.4  Bergstarsse

19  Tempolimiten Auto und Motorrad
20  Tempolimiten Anhänger
21  Verkehrsregeln
22  Verkehrseinschränkungen
23  Alkohol im Strassenverkehr
24  Strassengebühren

24.1  Zahlungsmöglichkeiten

24.1.1  Bargeld / alle gängigen Kreditkarten / Via-Card
24.1.2  Telepass
24.1.3  Free Flow

25  obligatorische Fahrzeugausrüstung

25.1  Winterausrüstung

26  kein Telefon während der Fahrt
27  Ladung
28  Motorrad
29  Licht am Tag
30  Import von Treibstoff
31  Polizei auf nationaler Ebene

31.1  Carabinieri
31.2  Polizia di stato
31.3  Guardia di Finanza
31.4  Polizia Penitenziaria
31.5  Corpo Forestale dello stato
31.6  Guardia Costiera

32  Polizei auf lokaer Ebene

32.1  Polizia Municipale / Polizia Locale / Polizia Comunale
32.2  Vigili Urbani
32.3  Polizia Provinciale
32.4  mein persönlicher Tipp


Italien hat seine Eigenheiten – wie jedes Land.

Für einen problemlosen Aufenthalt, solltest Du einige Gesetze und Vorschriften von Italien besser kennen.

Damit Du Deine Motorradreise in unser südliches Nachbarland besser planen kannst, habe ich alle wichtigen Informationen für Dich hier zusammengetragen.

Allgemeine Informationen (Stand Juni 2018)

Fläche 301’338 km2 (ca. 7 mal die Schweiz)
Einwohnerzahl ca. 61 Millionen
Bevölkerungsdichte 201 Einwohner pro km2
Hauptstadt Rom
Staatsform Parlamentarische Republik
Sprachen Italienisch (Amtssprache)
Deutsch
Französisch
Ladinisch
Slowenisch
Nationalfeiertag 25. April, 2. Juni
Zeitverschiebung keine
Währung Euro
Kfz-Kennzeichen I
Int. Vorwahl 39
Internet-TLD .it

Allgemeine Einschätzung der Sicherheitslage

Reisehinweise für Italien vom EDA (Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten)

Italien ist ein grundsätzlich ein stabiles Land.

Streiks, welche nicht soooo selten vorkommen, können einzelne Regionen oder das ganze Land lahmlegen.

Gerade wenn Du mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bist, kann das sehr unangenehme Folgen haben.

Die italienischen Behörden weisen immer wieder auf das Risiko von Terroranschlägen hin.

In einigen Regionen kann man vermehrte Straftaten wie Diebstahl, Raub, Einbrüche, Betrug oder Gewalt feststellen.
Ob das jetzt mit den, faktisch unkontrollierten, Zuwanderungen über das Mittelmeer zusammenhängt, lasse ich jetzt mal so im Raum stehen.

Geographie

Italien grenzt im Norden an die Länder Frankreich, Schweiz, Österreich, Slowenien und ragt bis weit in das Mittelmeer hinein und liegt nahe an Afrika.

Die Landschaft im Norden ist geprägt vom Kontrast zwischen den Alpen und der Poebene.

Der Apennin (der Gebirgszug der sich von Norden nach Süden erstreckt) hat eine Länge von 1’000 Kilometer und prägt so die Landschaft von nahezu ganz Italien.

Die beiden Kleinstaaten ‚San Marino‘ und der ‚Vatikan‘ sind vollständig von Italien umschlossen.

Italien ist in 20 Regionen unterteilt.

Zu Italien gehören die zwei grossen Inseln Sizilien und Sardinien, so wie zahlreiche kleinere Inseln.

Klima

In Norditalien wird der Einfluss des Mittelmeers durch die Alpen und den Apennin beeinflusst.
Im Winter wird es kühl, gelegentlich kommt es zu Frost und es kann Schnee fallen.
Von November bis Januar gibt es in der Poebene oft dichten Nebel.

Der Sommer ist heiss und die Luftfeuchtigkeit hoch.

Gerade in Florenz wird es in den Sommermonaten so heiss, dass die Florentiner die Stadt verlassen, wenn sie können.

In Mittelitalien sind die Winter milder und der Sommer ist warm bis heiss und trocken.

In Süditalien und auf den Inseln herrscht eigentlich fast das ganze Jahr über ein mediterranes Klima.

Beste Reisezeit

In Italien sind die Sommerferien dauern in Italien in der Regel 3 Monate und dauern von Juni bis September.
Ausserdem ist die touristische Hochsaison ebenfalls in den Sommermonaten.

Die beste Reisezeit, wenn Du das Land ausserhalb der Ferien-Hochsaison besuchen willst, sind somit die Monate (März – Juni) und (September – November).

Doch auch im Winter lohnt es sich, dass Land zu besuchen.
Dann, zumindest Im Norden, vielleicht weniger mit dem Motorrad. 😉

Einreise und Dokumente

Ausweis Für Staatsangehörige aus dem EU-Raum reicht eine amtliche Identitätskarte
Aufenthaltsdauer
Aufenthaltsdauer Fahrzeug
Führerschein Der Schweizer Fahrausweis und EU-Führerscheine sind anerkannt
Int. Führerschein
Fahrzeugpapiere Fahrzeugausweise der Schweiz und der EU sind anerkannt.
Wie lange darf damit gefahren werden Ohne Zolldokumente darf ein in der Schweiz immatrikuliertes Fahrzeug höchstens für 6 Monate vorübergehend eingeführt werden.
Erforderliche Versicherung Haftpflichtversicherung

Die Grüne Karte (internationale Versicherungskarte für Motorfahrzeuge) ist nicht notwendig.

Für Bürger aus der EU-Staaten reicht ein gültiger amtlicher Identitätsausweis.
Bei Schweizer Bürger wird ein, seit weniger als 5 Jahren abgelaufener, Schweizerpass ebenfalls anerkannt.

Ein Visum ist nicht erforderlich.

Es werden keine Flughafengebühren erhoben.

Notfallnummern

Einheitliche Notrufnummer / Carabinieri
Numero unico emergenzia
112
Polizei
Polizia di stato
113
Feuerwehr
Vigili del fuoco
115
Notarzt / Sanität
Emergenza sanitaria
118 oder 112
Pannenhilfe
Soccorso Stradale
116 oder 803 116
Bergrettung
Soccorso Alpino
77171
Automobil-Club d’Italia
Rom
0 64 99 81
Schweizer Botschaft in Rom +39 06 809 571

bei einem Unfall

Wenn es reine Sachschäden sind, dann solltest du das Europäische Unfallprotokoll ausfüllen und von allen Beteiligten unterzeichnen lassen.

Sei Dir aber bewusst, dass das Unfallprotokoll keine Schuldanerkennung darstellt und jederzeit bestritten werden kann.
Es empfiehlt sich also immer, bei einem Unfall die Polizei zuzuziehen und ein Unfall durch diese festhalten zu lassen.

Obwohl die Polizei in Italien bei Blechschäden eigentlich nicht vorbeikommt.

Bei Unfällen mit Verletzten sind Polizei und Ambulanz anzurufen.

Geld

Währung

In Italien ist die Landeswährung der Euro.

Cent-Münzen zu 1, 2, 5, 10, 20, 50.
Euro-Münzen zu 1.-, 2.-.
Euro-Noten zu 5.-, 10.-, 20.-, 50.-, 100.-, 200.-, 500.-.

Beträge ab 10’000.- Euro oder deren Gegenwert übersteigen, musst Du am Zoll angeben.

Zahlungsmittel

Kredit- und Bankkarten werden an den meisten Orten akzeptiert.
Informiere Dich vor der Abreise über die Gebühren für den Geldbezug im Ausland.

Wichtig

Seit 2012 dürfen Beträge von über 1’000.- Euro nicht mehr in Bar bezahlt werden.

Die Finanzbehörde will so den Zahlungsverkehr kontrollieren und die Steuerhinterziehung bekämpfen.

Sicherheit

Persönliche Sicherheit

Ich empfehle Dir, keine Wertgegenstände offen zu tragen.

Ebenso ist die dicke Beule in der Gesässtasche eine Einladung für Taschendiebe genauso wie eine sorglos umgehangene Tasche.
Taschen sollten vor dem Körper getragen werden.
Dasselbe gilt an Orten mit hohem Touristenaufkommen auch für Rucksäcke.

Achte auf Trickdiebe, die Touristen an Bancomaten ablenken oder auf Strassen und Parkplätzen auf angebliche Reifenpannen aufmerksam machen.

Es können durchaus auch Kinder sein, die etwas im Schilde führen.

Sicherheit für Dein Fahrzeug

Nun ja
Ausserhalb von Grossstädten gibt es Orte an denen Du Dein Fahrzeug ohne Sorgen irgendwo abstellen kannst..
In den Städten ist es nicht zu empfehlen, insbesondere dann nicht, wenn Du ein neues oder wertvolles Fahrzeug hast.

Am besten bist Du bedient, wenn Du das Fahrzeug auf einem bewachtem oder abgeschlossenen Areal abstellen kannst.
Ist das nicht möglich, dann sind zusätzliche Sicherheitsvorrichtungen dringend zu empfehlen.

Auf keinen Fall sollten Wertgegenstände wie Taschen, Navigationsgeräte, Mobiltelefone oder teure Autoradios offen im Fahrzeug herumliegen.
Beim Motorrad solltest Du Dein Navi abnehmen, wenn Du Dich davon entfernst.

Bist Du mit Gepäck unterwegs, dann lasse das Fahrzeug nicht aus den Augen, wenn Du einen Halt machst.
Das gilt ganz besonders beim Motorrad aber auch beim Auto.

Wenn Du mit dem Auto im Stau unterwegs bist, dann vermeide es, das Wertgegenstände im Fahrzeug herumliegen.
Es kann vorkommen, dass Diebe auf zwei Rädern sich durch den Verkehr schlängeln und nach einer solchen Gelegenheit Ausschau halten.

andere Risiken

In Italien gibt es drei aktive Vulkane, den Vesuv, den Ätna, und den Stromboli.
Ausserdem liegt Italien in einem Erdbebengebiet.

Im Sommer grundsätzlich keine Feuer im Freien entfachen und keine Streichhölzer oder Zigaretten achtlos wegwerfen.

Grosse Waldbrandgefahr.

Gesundheit

Die medizinische Versorgung ist gewährleistet.
Anzumerken ist, dass viele regionale Spitäler aus Kostengründen geschlossen oder in ihren Leistungen massiv eingeschränkt wurden.

Ausserdem ist es in Italien so, dass Du in das Spital kommst, dass ein freies Bett hat, nicht in das nächstgelegene.

Impfungen

Die Empfehlungen ist, sich für folgende Krankheiten impfen zu lassen:

  • Diphtherie
  • Masern
  • Poliomyelitis
  • Tetanus
  • FSME (auch RSSE) Frühsommer-Meningoenzephalitis (übertragen durch Zeckenbisse)

In einigen Fällen wird auch die Impfung für folgende Krankheiten empfohlen:

  • Hepatitis B

Persönliche Hygiene, sowie Vorsicht bei der Nahrungsaufnahme sind sehr wichtig.
An vielen Orten ist das Leitungswasser nicht zum trinken geeignet.

Einkaufen in Italien

Produktfälschungen und Betrug

In Italien ist es verboten, Produktfälschungen zu kaufen oder zu verkaufen.

Du siehst an vielen Orten in Italien Strassenhändler.
Strassenhändler brauchen in Italien eine offizielle Genehmigung.

Ganz grob gesagt, kannst Du davon ausgehen, dass die Händler, die mit einem Fahrzeug und einem Stand unterwegs sind, auch über eine solche Bewilligung verfügen und regelmässig kontrolliert werden.

Wenn Händler, ich formuliere es jetzt vorsichtig, nicht nach Italiener aussehen und ihre Ware auf dem Boden oder kleinen Tischen anbieten, dann verfügen sie sehr oft nicht über eine Bewilligung.
Diese mischen sich aber bei grossen Märkten und die anderen Händler.
Oft bieten diese Händler auch Produktfälschungen oder gestohlene Waren an.

Gerade an solchen Orten oder auch im dichten Gedränge auf einem Markt, solltest Du besonders auf Deine Geldbörse, Tasche und Wertgegenstände achten.

ganz wichtig!

Egal wo Du in Italien etwas kaufst.
Lass Dir immer einen Beleg geben und bewahre diesen auf, bis Du mindestens 500 Meter vom Geschäft entfernt bist.

Italien hat, bekanntermassen, ein grosses Problem mit Steuerhinterziehung.
Dies zu kontrollieren ist Aufgabe der Guardia di Finanza.

Die Beamten der Guardia di Finanza, aber auch der anderen Polizeiorganisationen, können Dich anhalten, Deine Einkäufe kontrollieren und verlangen, dass Du den Beleg vorweisen musst.
Hast Du keinen Beleg, dann können die Beamten von Steuerhinterziehung des Verkäufers ausgehen.
Was für Dich bedeuten kann, dass Du mitgehen musst, bis die Sache geklärt ist.

Verhandeln

Die Italiener sind ein kommunikatives Völkchen und so sind Preisverhandlungen auf dem Markt völlig normal.

Man sieht auch immer wieder, dass in den Läden nach Sconto, also einem Nachlass gefragt wird.
Ich persönlich mache es aber nicht, da bin ich wohl zu sehr Schweizer. 😀

Rauchverbot

In Italien gilt in allen öffentlichen Gebäuden ein Rauchverbot.

Dies gilt auch in den Räumen eines Restaurants oder Kaffees.
Im Aussenbereich ist es gestattet, wenn es nicht anders signalisiert ist.

Trinkgeld

Normalerweise wird der Rechnungsbetrag aufgerundet.
Das Trinkgeld, je nach Deiner Zufriedenheit, von bis zu 10% des Rechnungsbetrag lässt Du einfach auf dem Tisch liegen.

‚Pane e coperto‘

Einige Restaurants in Italien erheben bei der Rechnung einen Zuschlag von ein bis zwei Euro pro Person, das sogenannte ‚Pane e coperto‘ (Brot und Gedeck).
Dieser sollte dann aber auf der Speisekarte ausgewiesen sein

Telefon / Internet

Die Infrastruktur von Telefon- und Internet ist in Italien sehr gut ausgebaut.
In den meisten Einkaufszentren, Geschäften und Restaurants hat es ein kostenloses öffentliches W-LAN.
Ebenfalls hat es bei allen Raststätten ein kostenloses öffentliches W-LAN.

Wie überall, kann es aber in unbewohnten Gebieten und in den Bergen keine Verbindung geben.
Für eine Motorradgruppe, kann es deshalb sinnvoll sein, wenn der vorderste und der hinterste Motorradfahrer jeweils ein Funkgerät haben.

In Italien kannst Du als Tourist, eine sogenannten Touristen-Sim-Karte erwerben.
Frage einfach bei eine der grossen Anbieter wie zum Beispiel TIM oder Vodafone nach.

Kleidung

Abseits von den Badestränden legen die Italiener Wert auf angemessene Kleidung.
War auch nicht anders zu erwarten in einem Land der Mode. 🙂

In den Kirchen solltest Du Dich diskret und respektvoll kleiden.
Nicht gerne gesehen werden, bei Damen und Herren gleichermassen, unbedeckte Schultern Knie.

Motorrad mieten

Du kannst an den meisten Orten ein Scooter mieten.
An vielen Orten gibt es Motorräder zu mieten.
Einige Markenvertretungen bieten Mietfahrzeuge an und es gibt spezialisierte Fahrzeug- und Motorradvermietungen.

In Italien suchst Du, im Internet am besten mit folgenden Begriffen nach einem Mietmotorrad:

Noleggio Moto (aber Vorsicht, die Bezeichnung Lungo Termine bedeutet ‚Langzeitmiete‘ und meint in der Regel Leasingverträge)
Du kannst auch auf Englisch suchen: ‚bike rent‘ oder ‚motorcycle rent‘
Einige Motorradvermieter haben ihre Webseite auch auf Deutsch eingerichtet.

Wenn Du im Internet einen Anbieter gefunden hast, dann rufe dort an und vergewissere Dich, dass das Fahrzeug auch tatsächlich zur Verfügung steht.
Nur weil in Italien etwas im Internet steht, heisst es nicht, dass das Angebot auch tatsächlich erhältlich ist.

Es ist doof, wenn Du Dich darauf freust und dann gibt es kein Motorrad zu mieten.

Ich habe es oft erlebt, dass ich ein tolles Angebot im Internet gefunden habe und als ich dort anrief um das Motorrad zu mieten, wurde mir gesagt, dass sie keine Mietstation an diesem Ort haben.
Obwohl es auf der Webseite so angegeben ist.

Die Vermieter bieten dann zwar oft an, Dir das Motorrad zu bringen, doch Terminabsprachen sind in Italien immer so eine Sache und dazu können dann noch die Transportkosten kommen.

Ausserdem will ich ein Fahrzeug erst sehen, bevor ich es miete.

Strassenzustand

Die Angaben zum Zustand der Strassen sind sehr allgemein gehalten und kann örtlich stark davon abweichen.

Grundsätzlich musst Du in Italien jederzeit mit öligen Strassen, abgefahrenen Belägen und Schlaglöchern, sowie Gegenständen auf der Fahrbahn rechnen.

  • Autobahn

Der Zustand der Autobahnen gut bis sehr gut

Vorsicht bei Mautstellen, oft hat es dort Öl oder der Belag ist abgefahren.
Fahre vorsichtig aus der Zahlstelle heraus.

  • Haupstrassen

Der Zustand der Hauptstrassen ist gut bis schlecht.

An vielen Orten ist der Belag abgefahren und/oder hat Schlaglöcher.
Öl auf der Fahrbahn oder sonst rutschiger Belag ist mehr die Regel, denn die Ausnahme.
Je weiter Du in den Süden kommst, umso schlechter wird der Belag.
Im Süden hat es auch gerne Sand, der mit dem Wind von Afrika her kommt, auf der Fahrbahn.

  • Nebenstrassen

Der Zustand der Nebenstrassen reicht von gut bis sehr schlecht.

  • Bergstrassen

Die Bergstrassen können von gut bis sehr schlecht sein.

Denk daran, dass der Strassenunterhalt in Italien, sagen wir mal, nicht der beste ist.
Abgelegene Bergstrassen können dabei schon mal ‚vergessen‘ gehen.
Auf Bergstrassen musst Du generell mit Schlaglöcher, abgefahrenem Belag, rutschigen Abschnitten und Geröll rechnen.
Selbst in den Dolomiten musst Du damit rechnen und die liegen in der Region Südtirol, also ganz im Norden von Italien.

Die Italiener sagen, dass wenn Du gut vorwärts kommen willst, Du die Autobahn benutzen sollst.
Klar, dafür siehst Du dann nichts von dem wunderschönen Land. 😀

Nahezu auf allen Autobahnen gibt es Geschwindigkeitskontrollen, sogenannte Abschnittsmessungen.
Das heisst, bei der Einfahrt in einen Autobahnabschnitt wird das Kennzeichen elektronisch erfasst und beim Verlassen des Abschnittes wird die Durchschnittsgeschwindigkeit ausgerechnet.

Eine Geschwindigkeitsübertretung kann in Italien sehr teuer werden.
Aber – es gibt nicht genug Personal um alle Abschnitte rund um die Uhr zu überwachen.

Trotzdem, darauf verlassen kannst Du Dich nicht.
Zu schnell fahren ist also Lotto und kann sehr teuer werden.

Tempolimiten Auto und Motorrad

Geschwindigkeiten innerorts 50 km/h*
Geschwindigkeiten ausserorts 90 km/h*
Geschwindigkeiten Schnellstrasse 110 km/h*
Geschwindigkeiten Autobahn 130 km/h“*

* 70 km/h auf städtischen Autobahnen gemäss Beschilderung.
* 110 km/h bei Regen

Für Neulenker (Führerschein seit weniger wie 3 Jahren) gilt:
Auf Schnellstrassen 90 km/h und auf Autobahnen 100 km/h.

Tempolimiten Anhänger

Geschwindigkeiten innerorts 50 km/h
Geschwindigkeiten ausserorts 70 km/h
Geschwindigkeiten Schnellstrasse 70 km/h
Geschwindigkeiten Autobahn 80 km/h

Verkehrsregeln

In Italien gilt der Rechtsverkehr

Grundsätzlich gilt, dass weiss gekennzeichnete Parkplätze gratis sind, blau gekennzeichnete Parkplätze etwas kosten und gelb gekennzeichnete Parkplätze entweder privat oder für Behinderte Menschen reserviert sind.

Du kannst Dich bei weissen Parkplätzen aber nicht darauf verlassen, dass sie nicht gebührenpflichtig sind.
Achte also immer darauf, ob ein Schild oder ein Billetautomat auf die Gebührenpflicht hinweist.
Es kann auch durchaus sein, dass sich das Schild oder der Billetautomat an einer nicht ersichtlichen Stelle befindet.

Schaue zur Sicherheit, ob Fahrzeuge mit italienischem Kennzeichen auf dem Armaturenbrett einen Parkschein haben.

Bei vielen Automaten musst Du das Kennzeichen eingeben und das Weiterreichen von noch gültigen Parkscheinen ist verboten.
Parkscheine bekommst Du an den Ticketautomaten oder teilweise auch an Zeitungskiosken oder Tabakgeschäften

Einen Scooter oder das Motorrad kannst Du so gut wie überall, ausserhalb von Parkplätzen, gebührenfrei abstellen.

Verkehrseinschränkungen

In Italien gibt es in sehr vielen Städten und Regionen zahlreiche Verkehrsmassnahmen aus Umweltschutzgründen und um den Stau in den Griff zu bekommen.

Mehr Infos bekommst Du hier: TCS – Verkehrsbeschränkte «zone a traffico limitato»

In vielen Städten gibt es die sogenannte ‚zone a traffico limitato‘ (ZTL), welche den Verkehr beschränken.
So zum Beispiel in Verona, Mailand, Genua, Bologna, Florenz, Pisa, Rom und Neapel.

Je nach Region oder Stadt sind die Regelungen unterschiedlich.
Die betreffenden Zonen sind durch Verkehrsschilder gekennzeichnet.
Auf diesen Schildern werden das Fahrverbot oder die betreffenden Einschränkungen detailliert angegeben.

Wenn Du das Fahrverbot oder die Einschränkungen missachtest musst Du mit einer Busse zwischen 80.- und 300.- Euro rechnen.

Alkohol im Strassenverkehr

In Italien gilt ein Fahrverbot ab 0.5 Promille.

Für Busfahrer und Neulenker (Führerschein weniger wie 3 Jahre oder noch nicht 21 Jahre alt sind) gilt eine Blutalkoholgrenze von 0 Promille.

Strassengebühren

Die Autobahnen in Italien sind Privatbesitz, weswegen an den Mautstellen eine Gebühr erhoben wird.
Der Preis ist je nach Fahrzeug und Strecke unterschiedlich.

Genau Angaben über die unterschiedlichen Preiskategorien erhälst Du hie:

Autostrade per l’italia (in Italienisch oder Englisch)

In Süditalien unterhalb von Neapel / Salerno gibt es staatliche Autobahnen deren Benützung kostenfrei ist.

Zahlungsmöglichkeiten

Bargeld
alle gängige Kreditkarten
Via-Card

Wenn Du mit der Via-Card unterwegs bist, kannst Du, an den Mautstellen, neben den normalen Spuren, auch die speziellen Spuren für die Via-Card benutzen (oberhalb der Mautstation signalisiert).

So bist Du schneller durch die Zahlstellen durch und musst nicht immer nach dem passenden Kleingeld suchen.
Gerade als Motorradfahrer eine äusserst nervige Angelegenheit.

Du bekommst die Via-Card bei den meisten Automobil-Clubs oder direkt in Italien an Raststätten, Tankstellen.

Informationen zur Via-Card TCS – Via-Card

Telepass

Telepass (in Italienisch oder Englisch)

Der Telepass ist ein elektronisches System, welches fest mit dem Fahrzeug installiert ist.
Bei der Durchfahrt erkennt die Kontrollstelle das Gerät.
Du musst also nicht mehr anhalten.
Die Gebühren werden direkt von der Kreditkarte oder dem Postkonto belastet.

Mit einem Telepass kannst Du auf allen Spuren, ohne anzuhalten durchfahren (VORSICHT Tempo drosseln, da es immer wieder vorkommt, dass die Schranke zu langsam oder gar nicht öffnet)
Es hat an den Mautstellen Fahrspuren, die für Telepass-Benutzer reserviert sind.

In der Schweiz bietet der TCS (Touring Club Schweiz) in den TCS – Sektion Tessin und der TCS – Sektion Aargau Telepass-Geräte zum mieten an.

Neu ist, dass dieses Gerät auch für die Autobahngebühren in Frankreich, Spanien und Portugal benutzt werden kann.

Gerade wenn Du eine mehrmonatige Reise durch diese Länder planst, ist es bestimmt eine gute Wahl.

Free Flow

TCS – FreeFlow

Mit dem FreeFlow wird jedes Fahrzeug bei der Durchfahrt einer Zahlstelle automatisch registriert.
Du musst also an der Mautstelle nicht mehr anhalten.
Die Kosten werden anhand des Kontrollschildes und den Fahrzeugdaten berechnet und der Kreditkarte oder dem Bankkonto belastet.

Obligatorische Fahrzeugausrüstung

  • Die Mindestprofiltiefe der Reifen beträgt 1.6 mm.
  • CH-Kleber (Die Schweiz ist nicht in der EU) 😉
  • Pannendreieck
  • 1 Warnweste (EU-Norm EN471) pro Person die sich auf der Fahrbahn aufhält.
    Das gilt bei Tag und Nacht, bei schlechter Sicht und Ausserorts.
  • Pass Area C in Mailand und Umwelt-Ticket in Bologna

Nicht obligatorisch sind Feuerlöscher und Erste-Hilfe-Ausrüstung – werden aber empfohlen.

Winterausrüstung

  • Reifen mit Spikes sind vom 15. November bis zum 15. März erlaubt.
  • Wenn eine Strasse mit der Schneekettenpflicht gekennzeichnet ist, darf sie auch nur mit Winterreifen befahren werden.
  • Mit Schneeketten darfst Du höchstens 50 km/h schnell fahren.
  • In verschiedenen Regionen von Italien sind im Winter Winterreifen oder das Mitführen von Schneeketten obligatorisch.
    Das gilt unabhängig vom Wetter und den Strassenverhältnissen.
  • Für Motorräder, Scooter und Mofa herrscht ein Fahrverbot in Italien, wenn Schnee oder Eis auf der Strasse ist.
    Unabhängig davon ob auf dem Fahrzeug Winterreifen montiert sind oder nicht.
  • Nicht alle Winterreifen sind immer Sommer gestattet
    In Italien darfst Du vom 16. Mai bis zum 14. Oktober nur mit Winter- oder Ganzjahresreifen fahren, wenn diese einen Geschwindigkeitsindex haben, der mindestens die Höchstgeschwindigkeit Deines Fahrzeuges einhält oder darüber liegt.

Der Sicherheitsgurt ist in Italien obligatorisch.

kein Telefon während der Fahrt

Auch wenn Du in Italien viele während der Fahrt telefonieren siehst.
Es ist verboten.

Kein Witz, so gut wie jeder telefoniert während der Fahrt.
Nicht nur im Auto.
Nein viele Scooterfahrer oder auch Motorradfahrer telefonieren während der Fahrt.

Das erklärt vielleicht auch die sehr häufigen und schweren Unfälle mit Zweiräder in Italien.

Ladung

Wenn die Ladung das Fahrzeug nach hinten überragt, muss diese mit einer reflektierenden, 50×50 cm grossen, rot/weiss schraffierten Warntafel gekennzeichnet werden.
Diese Warntafel hat 5 rote Streifen und 4 weisse Streifen und ist spezifisch für Italien.
Die in der EU oder Spanien anerkannten Warntafeln sind in Italien nicht gültig.

Diese Regel gilt für alle Fahrzeuge deren Ladung das Fahrzeug nach hinten überragen und 30% der Fahrzeuglänge überschreiten.

Auch Wohnmobile die am Heck Fahrräder transportieren.

Motorrad

  • Die Mindestprofiltiefe der Reifen beträgt 1.6 mm.
  • Im Sommer gilt eine Mindestprofiltiefe von 1.0 mm
  • Helmpflicht für Fahrer und Sozius
  • CH-Aufkleber
  • 1 Rückspiegel (2 Rückspiegel, wenn das Fahrzeug über 100 km/ fahren kann)

Licht am Tag

  • Auto
    Tagfahr-/ Abblendlich ist ausserorts Pflicht.
  • Motorrad
    Abblendlicht ist bei Tag und bei Nacht Pflicht.

Import von Treibstoff

Es ist erlaubt Treibstoffe nach Italien mitzunehmen, respektive zu importieren.
Voraussetzung ist, dass der Treibstoff in speziell dafür vorgesehenen Benzinkanistern transportiert wird.

Die Einfuhr ist für maximal 60 Liter gebührenfrei.

Achte darauf, dass es in Italien verboten ist den Treibstoff durch Tunnels oder mit den Fähren zu transportieren.
Auch wenn sich der Treibstoff in Benzinkanistern befindet.

Polizei auf nationaler Ebene

Wenn wir schon beim Thema Verkehrsrecht sind . . .

In Italien gibt es kein föderal gegliedertes Polizeisystem.
Es gibt mehrere nationale Organisationen, deren Zuständigkeiten sich teilweise überschneiden.

Es ist nützlich, wenn Du weisst, welche dass es sind, welche Kompetenzen sie im Groben haben und für was sie, im Notfall zuständig sind.

Carabinieri (Verteidigungsministerium)

Die bekanntesten sind wohl die Carabinieri mit ihren schnieken schwarz/roten Uniformen und schwarzen Fahrzeugen mit roten Streifen. Die Carabinieri sind die Militärpolizei, mit vollen Polizeikompetenzen. Geschichtlich bedingt, sind die Carabinieri mehr in den ländlichen Gebieten anzutreffen, da dort die Kasernen stehen.

Polizia di stato (Innenministerium)

Die Polizia di Stato ist die nationale Polizei und ist überall anzutreffen.
Hauptsächlich aber in den Städten. Zu erkennen an den grau/hellblauen Uniformen mit violettem Streifen auf der Hose.
Die Fahrzeuge sind hellblau mit weissen Streifen. Wie überall, hat die Polizei die volle Polizeikompetenz. 😉

Guardia di Finanza (Ministerium für Wirtschaft und Finanzen)

Die Guardia die Finanza ist überall anzutreffen und ist hauptsächlich zuständig für Zoll- und Steuerfahndung und zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität.
Die Gurdia die Finanza führt aber auch Verkehrskontrollen durch.
Oft sind sie auch an den Grenzübergängen anzutreffen. Sie haben graue Uniformen und graue Fahrzeuge mit gelben Streifen. Ich empfehle Dir, Dich strikt an die Anweisungen der Guardia di Finanza zu halten und sehr freundlich zu sein.
Meiner Erfahrung nach, sind diese Beamte sehr korrekt und distanziert.
Ich höre auch immer wieder, dass die Beamten der Guardia di Finanza die beste Ausbildung in Italien haben.

Polizia Penitenziaria (Justizminiterium)

Die Gefängnispolizei ist hauptsächlich für die Gefängnisse, den Gefangenentransport, Überwachung von Personen unter Hausarrest und die Bewachung der Gerichte zuständig.
Sie können aber bei Bedarf auch andere Polizeien unterstützen. Die Beamten tragen blaue Uniformen, die Fahrzeuge sind dunkelblau mit hellblauen Streifen.

Corpo Forestale dello stato (Landwirtschaftsministerium)

Die Forstpolizeibehörde existierte bis 2016 und wurde danach in die Carabinieri überführt.

Guardia Costiera (Verkehrsministerium)

Die Küstenwache ist militärisch organisiert und hat ihre Hauptaufgaben bei der Kontrolle und Überwachung der Schifffahrt, Hafenverwaltung und Küstenwache, des maritimen Umwelt- und Kulturgüterschutz und Unterstützung bei der Bekämpfung der illegale Immigration.
Ebenfalls ist sie zuständig für Such- und Rettungsdiensten.
Die Guardia Costeria unterstützt immer wieder die Guardia di Finanza bei deren Aufgaben und Einsätzen.

Polizei auf lokaler Ebene

Polizia Municipale / Polizia Locale / Polizia Comunale

Die Stadt- oder Gemeindepolizei ist hauptsächlich zuständig für den öffentlichen Strassenverkehr, Parkraumbewirtschaftung und kümmert sich um die kleinen Belange der Menschen.

Sie können aber auch andere polizeiliche Aufgaben übernehmen, wenn diese nicht durch nationale Polizeien abgedeckt sind.
Gerade in grösseren Gemeinden ist das oft der Fall. Ebenso werden sie in den Bereichen Fremdenverkehrssicherheit, Kleinkriminalität, Umweltschutz, Bauüberwachung und als Marktpolizei eingesetzt.

Vigili Urbani

Dieser Begriff ist tief in der italienischen Bevölkerung verankert, obwohl er veraltet ist und offiziell so gut wie nicht mehr gebraucht wird. Du hörst So gut wie nie, dass ein Italiener von der Polizia spricht, wenn er die Ortspolizei meint.
Der Italiener spricht dann vom Vigili oder den Vigilis.
Wenn der Italiener von der Polizia spricht, dann meint er in der Regel die
Polizia di stato, also die nationale Polizei.

Polizia Provinciale

Die Provinzpolizei überwacht in den Provinzen die Einhaltung der Binnenfischerei- und Jagdgesetze.

mein persönlicher Tipp

Wie in jedem Land gilt natürlich auch in Italien, sei freundlich zu den Beamten und folge ihren Anweisungen.
Insbesondere wenn wir nicht Bürger von dem betreffenden Land sind – denn dann sind wir Gäste und haben uns respektvoll zu verhalten.

Die Italiener sind ein fröhliches, freundliches und sehr hilfsbereites Volk.
Sie sind stolz, sie sind emotional, geniessen das Leben gerne in vollen Zügen und nehmen es mit allem nicht ganz so genau wie wir.

In Italien bekommst Du schneller und einfacher an Dein Ziel, wenn Du mit einem freundlichen Lächeln auf die Menschen zugehst.
Die Italiener können auch schnell vergeben, wenn Du Dich denn auch entschuldigen kannst.

Der Italiener beseitigt Probleme gerne schnell und unkompliziert.

Auch die Polizisten sind Italiener. 😉

Begegne einem Polizisten immer mit dem Respekt, der ihm zusteht – und der ist in Italien hoch.
Sei sehr freundlich, lächle und wenn Du wirklich Mist gebaut hast, dann entschuldige Dich einfach.

Ein italienischer Polizist will keine Begründungen hören, warum Du etwas falsch gemacht hast – er will hören, dass Du Deinen Fehler eingesehen hast und ihn respektierst.

Sei ehrlich, steh zu dem was Du ‚verbockt‘ hast und entschuldige Dich dafür.
(Das ist natürlich kein juristischer Ratschlag – sondern ein Tipp für die alltäglichen Situationen) 😉

Dann kann ein italienischer Polizist auch mal Mensch sein und Dir vergeben.

Ich erlebe die Polizisten in Italien immer wieder als ganz normale Menschen, die eigentlich ein Spässchen auch lieber mögen, als den ernsten Alltag.

Aber – Für dumm verkaufen musst Du sie auch nicht.

Sie können sonst auch ganz anders.


Nach meinen Erfahrungen solltest Du, wenn Du von der Guardia di Finanza angehalten wirst, etwas anders reagieren.
Sei sehr höflich, sage nur etwas, wenn Du danach gefragt wirst und tu genau das, was Dir die Beamten sagen.

Nicht mehr und nicht weniger.

Dann klappt das auch mit der Guardia di Finanza gut und Du kannst Deinen Aufenthalt in diesem wunderschönen Land, das so viel Lebensfreude zu bieten hat, in vollen Zügen geniessen.