Lärmbelästigung durch Motorräder


Inhaltsverzeichnis


Motorradlärm

Das Thema wird in der Gesellschaft, entschuldige das Wortspiel, immer lauter und hat mich als begeisterter Motorradfahrer lange Zeit nicht wirklich interessiert.

War ich doch immer der Meinung, dass so lange mein Motorrad gesetzeskonform unterwegs und ich mich an die Strassenverkehrsregeln halte – alles im grünen Bereich ist.

Vor ein paar Jahren wurde ich erstmals mehr mit dem Thema Motorradlärm konfrontiert, als in Deutschland einige schöne Strecken für Motorräder gesperrt wurden oder bauliche Massnahmen die Geschwindigkeit massiv reduzierten.

Kurze Zeit später berichteten mir Freunde, dass auf einigen Passstrecken in der Schweiz Bauern Wasser auf die Strasse giessen, damit Motorradfahrer zu einer langsameren Fahrweise gezwungen werden.
Der Hammer war jedoch, als in Deutschland mehrmals in den Kurven absichtlich Sand gestreut wurde um Motorradfahrer zu Fall zu bringen.

Das ist höchst lebensgefährlich!

Auch das Thema Klappenauspuffe kam immer mehr in die Medien und es wurde kontrovers darüber gestritten.

Bewusst persönlich konfrontiert wurde ich mit dem Lärm von Motorrädern in Italien.
Wenn die Maschinen in den Strassenschluchten beschleunigt werden und sich der Lärm zwischen den Häusern überschlägt.

Ja, ich bin ein begeisterter Motorradfahrer und liebe den Klang eines Motorrades.

Klar, das sonore Blubbern und bollern eines mächtigen Zweizylinders ist wesentlich schöner und auch weniger nervend wie das kreischen eines hochtourigen Vierzylinders.
Aber – ich mag den Sound eines Motorrades und so war ich lange Zeit ein grosser Fan von Sportauspuffanlagen und eben Klappenauspuffen.

Die waren und sind ja auch legal auf der Strasse zugelassen.

Beschwerden über den Lärm

Mein Blog wird immer bekannter und immer mehr Besucher schauen vorbei.
Das freut mich natürlich sehr.

In letzter Zeit besuchen meinen Blog aber nicht nur Motorradfahrer und -freunde, sondern eben auch Personen die unter uns Motorradfahrer leiden – nämlich Anwohner von beliebten Motorradstrecken.

Ich bekam auch ein paar Kommentare, die sich direkt über den Lärm, den wir motorisierten Zweiradfahrer erzeugen, beschwerten.
Andere schrieben sehr freundlich und baten um Rücksichtname.

Um die Kontrolle über die einzelnen Kommentare zu haben, müssen diese durch mich freigeschaltet werden.
Die ersten paar habe ich wohl gelesen aber soweit mal ignoriert, da es immer Menschen gibt, die etwas zu beanstanden haben.

Ich mag Diskussionen, auch kontroverse und ich bin mir auch bewusst, dass es immer Menschen gibt, die gegen etwas sind.

Was ich jedoch auf meinem Blog nicht möchte ist, dass er als Plattform dient um gegen Motorräder und Motorradfahrer zu Felde zu ziehen.
Denn ich bin ein begeisterter Motorradfahrer und ich arbeite mit viel Herzblut an dieser Seite für alle, die ebenso fühlen.

Und doch, das Thema Lärm kommt in der heutigen Zeit immer mehr in den Fokus.

Nach einer gewissen Anzahl von Kommentaren und Mails, dachte ich intensiver über das Thema nach und war auch sensibilisierter unterwegs.

Ich muss zugeben, ein paar Dinge sind mir dabei aufgefallen.

Es gibt tatsächlich Pässe bei denen einzelne Motorradfahrer den ganzen Tag hoch und runter fahren.
Teilweise sogar nur auf der einen Seite des Passes, weil die Strecke ja so herrliche Kurven hat.

Ortschaften in denen eine Passstrecke beginnt oder in enge Strassenschluchten liegen, leiden besonders unter dem Motorenlärm.
Ebenso wie Orte an stark befahrenen Motorradstrecken.

Klappenauspuffe die den Schall, zwar legal, aber ungedämmt in die Freiheit entlassen schenken uns Motorenfans eine Gänsehaut und zaubern ein Lächeln in unser Gesicht.

Aber – sie erzeugen auch bis zu 128 db!

Als Vergleich:

Mittlerer Strassenverkehr verursacht etwa 85 db und ein startender Düsenjet, in 100 Meter Entfernung, 125 db!

Interessante Seite zum Thema:  Schallpegel, Lautstärke und Schallmessung von Lärmorama.

Lärm belastet die Gesundheit

Niemand wird heute noch behaupten, dass Lärm die Gesundheit nicht belastet.
Zu gross ist die Diskussion und zu fundiert sind die Studien über die Auswirkung des Lärms auf den Menschen und natürlich auch auf die Tiere.

Unerwünschter Lärm versetzt den Körper in Alarmbereitschaft.
Es beginnt eine Stresssituation in der Stresshormone ausgeschüttet werden.
Zudem steigt die Herz- und Atemfrequenz.

Daneben hat Lärm noch viele weitere Auswirkungen auf die Gesundheit.

Gesundheitliche Auswirkungen von Lärm – Bundesamt für Umwelt BAFU

Lärmempfinden ist jedoch Subjektiv.

doch was ist eigentlich Lärm?

Interessanterweise empfindet nicht jeder dasselbe als Lärm und nicht jeder empfindet dieselbe Lautstärke als Lärm.
Das Gehör nimmt Lärm auch unterschiedlich wahr.

Etwas was wir Motorradfahrer schon immer sagen, trifft auch zu:
„Ein Zweizylinder klingt wesentlich angenehmer als ein Vierzylinder.“

Tiefere Töne werden als weniger laut empfunden.

Das Lärmempfinden ist auch noch sehr situationsabhängig.

Mal ganz ehrlich, wie viele sitzen im Urlaub, ganz entspannt in einem Strassencafé, beobachten das bunte Treiben auf den Strassen und freuen sich ab dem quirligen und lebhaften Treiben, welches von Lebensfreude zeugt.

Zu Hause, im Arbeitsalltag, wenn man dann selbst nach Terminkalender und mit Zeitdruck leben muss, wird das, was man im Urlaub als Lebensfreude empfindet, zur Lärmbelästigung.

Auch bei Alltagssituationen ist das gut zu beobachten:

    • Der eigene Hund bellt nicht – er zeigt seine Freude.
    • Das eigene Kind ist nicht laut – es ist lebhaft.
    • Die eigene Musik stört nicht – sie erquickt die Seele.

Verschiedene Faktoren bestimmen das persönliche Lärmempfinden.
Die wichtigsten Faktoren sind aber:

In welcher Situation befindet man sich selbst?

Ist jemand entspannt und mit sich selbst und mit seinem Leben im Reinen, dann wird derjenige bestimmt eine weit höhere Toleranz gegenüber Geräuschen haben.
Wenn man aber selbst schon gestresst und genervt ist, dann empfindet man alles als eine Zumutung.

Wie steht man selbst zu der Aktivität die den Lärm verursacht?

Wenn jemand ein begeisterter Konzertgänger ist, dann empfindet derjenige wahrscheinlich die Musik eines Festivals nicht als störend, sondern freut sich, dass die Musik auch zu hören ist, obwohl man selbst kein Ticket bekommen hat.
Andere ziehen sich dabei aber verzweifelt ein Kissen über die Ohren.

Ein begeisterter Schütze wird jeden Schuss vom nahegelegenen Schiessplatz als Genuss empfinden, während bei anderen der Puls zu steigen beginnt.

So ist es eben auch beim Lärm von Motorrädern.

Ein Motorenbegeisterter wird sich wohl kaum über die Geräusche von Motoren beklagen.
Im Gegenteil je mehr Hubraum der Motor hat und je tiefer das Grollen ist, um so mehr wird es als Klang – ja als Sound bezeichnet.

nur so als Beispiel

Wir liegen nachts müde und entspannt im Bett und plötzlich durchschneidet ein Geräusch die Ruhe wie ein Rasiermesser.
Nadelstiche malträtieren unser Trommelfell und die Pupillen sind weit geöffnet.
Der Puls steigt und wir schrecken hoch.

Im Zimmer ist eine Mücke!

An Schlaf ist jetzt nicht mehr zu denken, denn dieses Geräusch nervt und stresst.
Und doch – der Lärm den die Mücke mit ihren Flügeln erzeugt beträgt gerade mal 10 Dezibel.

Dagegen hat das wohltuende Blätterrascheln erschreckend laute 35 db.

das Thema Lärm nimmt groteske Züge an

Immer wieder lese ich Nachrichten, bei denen ich nur lachen oder den Kopf schütteln kann.

Seit vielen Jahren ist der Fluglärm ein Dauerthema.
Viele Anwohner rund um den Flughafen beklagen sich über den Lärm der Flugzeuge – dabei lebten die wenigsten schon vor dem Bau des Flughafens dort.

Die allermeisten zogen in die Nähe des Flughafens, als dieser bereits in Betrieb war.
Sie wussten also, dass es dort Lärm gibt.

Mal ganz abgesehen von der wirtschaftlichen Bedeutung des Flughafens.

Viele Klagen wurden eingereicht wegen Kirchenglocken, bellenden Hunden, Nachbarn beim Liebesspiel, Glocken der Kühe.
Erst kürzlich klagte ein Anwohner am Zürichsee gegen den Lärm vom Schiffshorn des Kursschiffes.

Ebenso unfassbar ist, dass Rettungsfahrzeuge in der Nacht die Lautstärke der Sirene reduzieren müssen.

Die sind ja nun ganz bestimmt nicht zum Spass unterwegs!
Bei einem Rettungsfahrzeug geht es um Menschenleben und um jede Sekunde.

Das es Menschen gibt, die sich über diesen Lärm beklagen ist für mich absolut unverständlich.

meine Haltung zum Thema Motorradlärm

Ich stehe zwiegespalten zu dem Thema, denn einerseits bin ich selbst ein Herzblut-Motorradfahrer und liebe den Sound eines hubraumstarken Zweirades.

Ja – in meinen Adern fliesst Benzin.

Ich habe selbst das Glück, dass ich nicht in einer Ortschaft lebe, die von Motorradfahrern frequentiert wird und darüber hinaus noch in einem ruhigen Nebenquartier wohne.
Hingegen nervt es mich gewaltig, wenn der Nachbar das Laubgebläse anwirft oder die Kehrichtabfuhr die Container leert . . .

Wenn ich mir dann noch vorstelle, wie es sein muss in einer Ortschaft zu leben, in die Horden von Motorräder einfallen . . .
Ich muss zugeben, ich verstehe so langsam warum sich Betroffene über den Lärm, den wir Motorräder verursachen, beschweren.

Aus diesem Grund habe ich für mich selbst ein paar Regeln aufgestellt:

    • Mein Motorrad ist im absolut gesetzlich erlaubten Zustand.
    • Wenn ich eine Sportauspuffanlage verbaue, dann darf der zulässige DB-Wert nicht überstiegen werden.
    • Wenn ich einen Klappenauspuff verbaue, dann ist die Klappe generell nur zwischen 08.00 – 22.00 Uhr geöffnet.
    • Wenn ich durch eine ruhige Ortschaft fahre, dann wird die Klappe geschlossen.
    • Ich versuche in einer Ortschaft möglichst tieftourig zu fahren.
    • Ich beschleunige, nach Möglichkeit, erst nach der Ortschaft und nicht schon in der Ortschaft.

Was ich nie getan habe und auch nie tun werde, ist den ganzen Tag lang, den einen und selben Pass hoch und runter zu fahren.

Ich bitte Euch alle, die ihr mit mir das Hobby und die Leidenschaft Motorradfahren teilt.

Denkt an alle diejenigen, die mit Motorräder nichts anfangen können und an einer stark bewohnten Strecke wohnen.
Bestimmt hat jeder von uns auch so sein Ding, bei welchem er auf die Rücksichtnahme eines anderen hofft und zählt.

Klar kann jetzt jeder sagen, solange mein Motorrad gesetzlich zugelassen und ich mich an die Geschwindigkeitsregeln halte, dann kann ich tun und lassen, was ich will.

Das ist im Prinzip natürlich völlig richtig.

Beachtet aber bitte zwei Dinge:

Unsere kleine Schweiz wird immer dichter besiedelt und wir müssen enger zusammenrücken.
Da entsteht immer mehr Reibefläche zwischen den einzelnen Bedürfnissen.

Es funktioniert nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch einen ganz anderen Gedankengang des Selbstschutzes.

Wenn wir Motorradfahrer nicht aus Respekt und freiwillig auf andere Menschen Rücksicht nehmen, dann wird uns früher oder später der Gesetzgeber dazu zwingen.

Die Folgen werden zwangsläufig sein, dass die technischen Bestimmungen für Motorräder verschärft werden.
Es wird auch immer mehr dazu kommen, dass einzelne Strecken am Wochenende oder sogar ganz für Motorrad gesperrt werden.

Lies dazu auch meinen Beitrag:  Fahrverbot für Motorräder auf Schweizer Passstrassen?
Herr Samuel Reber forderte in seinem Beitrag im Blog des Tages-Anzeiger ein Fahrverbot für Motorräder auf Schweizer Passstrassen.

Aufrufe zu mehr Regulierung der Motorräder werden immer lauter.

Da sollte sich jeder Motorradfahrer fragen, ob er den Freude daran hat, wenn unsere Motorräder noch weiter ‚kastriert‘ werden und wir viele tolle Strecken plötzlich nicht mehr befahren dürfen.

Ich für mich kann ganz klar sagen, dass ich das nicht will.

Denn letzten Rest an technischer Freiheit für unsere Motorräder möchte ich nicht verlieren.
Genauso wenig möchte ich in einer Welt leben, in der immer mehr wunderschöne Strecken für Motorräder gesperrt werden.

Für mich ist die Schweiz bereits zu stark reguliert, was uns bereits arg einschränkt.
Ich möchte es nicht erleben, dass wir Motorradfahrer noch weitere Einschränkungen hinnehmen müssen.

Darum werde ich in Zukunft versuchen, mehr Rücksicht auf die Anwohner zu nehmen, so wie ich hoffe, dass der Nachbar sein benzinbetrieben Laubbläser einstampft und sich endlich ein elektrisches Gerät anschafft.

Auf der anderen Seite bitte ich aber alle, die gegen uns Motorradfahrer oder besser gesagt gegen die Geräuschkulisse sind, mal darüber nachzudenken, ob sie etwas tun, was vielleicht andere nervt.

Denkt daran, eine Gesellschaft funktioniert nur miteinander, nicht gegeneinander.
Wir alle sollten von Zeit zu Zeit mal innehalten und uns selbst reflektieren.

Gibt es etwas, womit wir andere nerven und könnte man es irgendwie mildern.
Ganz bestimmt macht jeder von uns etwas, was andere nun so gar nicht leiden können.

Wenn jeder von uns Motorradfahrer etwas Rücksicht nimmt und den Motor ein Mal weniger hochdreht, senkt das die Lärmbelastung der Anwohner, uns bleiben die vielen tollen Bergstrecken erhalten und wir sind wieder gern gesehene Besucher.

andere Motorradblogger zu diesem Thema

Das Thema Lärm kommt auch bei uns Motorradfahrer und Motorradblogger an und so mancher macht sich seine Gedanken zu dem Thema.

Jeden dieser Beiträge kann ich Dir nur empfehlen.

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    • Was erwartest Du als geplagter Anwohner von uns Motorradfahrer?

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Was ich nicht will, sind gehässige und/oder sinnlose Angriffe.

Ich wünsche mir einen ehrlichen Meinungsaustausch mit Anstand und Respekt.


17 Antworten auf “Lärmbelästigung durch Motorräder”

  1. Das ist ein wichtiges Thema, lieber Dominik. Und ich bin froh, dass du es aufgreifst. Wenn wir unserer Leidenschaft des Motorradfahrens auch in Zukunft frönen wollen, müssen wir mehr Rücksicht nehmen. Motorräder dürfen nicht unnötig laut sein und unsere Fahrweise sollte so angepasst werden, dass wir die Anwohner nicht unnötig nerven. Lärm ist ein echtes Problem und dafür braucht es unter uns Motorradbegeisterten ein Bewusstsein. Mehr dazu in meinem Blogbeitrag:

    https://derhalbhartemann.com/2019/08/05/krach-nervt-vor-allem-der-der-anderen/

    Herzliche Grüsse
    Thomas

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    1. Hallo Thomas

      Das Thema ist brandheiss, was mir ehrlich gesagt, in diesem Umfang, gar nicht so bewusst war.

      Als ich diesen Bericht schrieb und dazu im Netz suchte, war ich überrascht an wie vielen Orten die Bewohner Sturm laufen gegen uns Zweiradfahrer – respektive den Motorradlärm.

      Wie motorisierte Zweiradfahrer müssen unbedingt ein Bewusstsein entwickeln und Rücksicht nehmen, da hast Du absolut Recht.

      Schön, dass dieses Thema auch von Dir und anderen Blogger aufgegriffen wird.

      Liebe Grüsse
      Dominique

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  2. Hallo,
    das Thema Lärm ist definitiv ein echtes Thema und vor allem für geplagte Anwohner beiliebter Strecken. Da nimmt sich die Schweiz, Deutschland, Österreich, Italien usw. usw. nix.

    Natürlich ist das Unverständnis der Fahrer groß, welche sich gesetzeskonform bewegen. Und genau da liegt für mich das Problem als auch seine Lösung.
    Wären vom Gesetzgeber zum leisere Auspuffanlagen vorgeschrieben und wären die zulässigen „Maximalwerte“ echte Maximalwerte (also nicht nur Zwischenwerte in einer vorgegebenen Labortest- und fahrsituation), dann wäre das Problem schon mal von legaler Seite gelöst da somit alle Hersteller ganz andere Werte einhalten müssten.

    Die Marketingsprüche der Hersteller (die sicher auch eine gewisse Wahrheit enthält), dass der Kunde einen markanten und kernigen Sound seines Bikes wünscht, kann ich nur dann bestätigen, wenn das dann aussagen soll dass markant und kernig grundätzlich laut bedeutet.
    Klang hat für mich nichts mit Lautstärke zu tun.

    Kernig und markant geht nach meinem Dafürhalten auch deutlich leiser und dem Fahrspass tut das keinen Abbruch. Zubehörkrawalltüten für über 1000 € finden reißenden Absatz, obwohl sie in Zeiten von Euro 4 ausschließlich das Aussehen ändern und den Lärmpegel nach oben treiben. Das uralte Argument der Leistungssteigerung zieht bei modernen Motormappings lang nicht mehr (was sollten auch zusätzliche 3PS bei schon vorhandenen 160PS für eine Rolle spielen??)
    Für einen Zubehörtopf, der meine BMW deutlich leiser macht, würde sogar ich gutes Geld in die Hand nehmen – aber es gibt sie schlicht und ergreifend nicht.

    Wenn man dann noch mit harter Hand gegen schwarze Schafe vorgeht würde das auch in der Wahrnehmung der Kritiker unseres Hobbies für mehr Akzeptanz sorgen und die teils verhärteten Fronten vielleicht wieder etwas aufweichen.

    Das zumindest ist meine Meinung zum Thema.
    Gruß vom Udo aus Bayern

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    1. Hallo Udo

      Ich danke Dir für Deinen tollen Kommentar.
      Genau so sehe ich es auch.

      Gerade die Vorschriften, wie den der Lärmpegel gemessen wird, kommt immer mehr in Kritik.
      Die Messwerte sind völlig praxisfremd.
      Kein Wunder, dass einige Stimmen sagen, dass da die Fahrzeuglobby ein gewichtiges Wort gesprochen hat.

      Ein kerniger Sound oder ein tiefes Blubbern ist sicher von vielen gewünscht aber wie Du so treffend sagst – ein guter Ton hat nichts mit Lautstärke zu tun.

      Wie hat es Dirrk in seinem Kommentar so schön gesagt:

      “Wenn alle leiser sind, dann braucht keiner mehr laut zu sein um gehört zu werden.“

      https://derhalbhartemann.com/2019/08/05/krach-nervt-vor-allem-der-der-anderen/

      Ich finde das sehr treffend formuliert.

      Ob das Argument der Leistungssteigerung früher eine Gültigkeit hatte, weiss ich nicht.
      Meiner Erfahrung nach, führen die meisten Zubehörschalldämpfer sogar zu einer Leistungsminderung.

      Betreffend leiser Schalldämpfer sprichst Du ein gutes Thema an.

      Vor vielen Jahren brauchte ich für einen Chevrolet Trailblazer (ein richtig schweres SUV mit mächtig Hubraum) einen Schalldämpfer.
      Als ich die Jungs in den USA angerufen habe, fragte mich der Ami ganz selbstverständlich, welche Ausführung ich den gerne hätte: leise, normal oder laut.

      Ich war verblüfft, dass gerade in den USA, dem Land in dem vieles lauter ist, wie in unseren Ländern, es aber tatsächlich auch leise Auspuffanlagen gibt.

      Machbar wäre es also ohne Weiteres.

      Ich hoffe, dass unter uns Motorradfahrer ein Umdenken stattfindet und wir alle etwas Rücksicht auf unsere Nicht-Motorradbegeisterten Mitmenschen nehmen, damit wir nicht noch mehr Einschränken bekommen.

      Viele Grüsse
      Dominique

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    2. Hier bin ich ganz bei Dominique,

      würde der Gesetzgeber vorgeben, dass Motorräder nur noch maximal – und zwar absolut – z.B. 70 dB(A) laut sein dürfen, dann hätten die Klappenanlagen schnell ausgedient. Es gibt auch überhaupt keinen vernünftigen Grund sie zu verwenden, da sie einzig und allein dafür da sind in einem engen, vorgegebenen Korridor, (halbwegs) leise zu sein und ausserhalb diesem so laut brüllen zu können wie sie wollen.

      Was nützt es dem Einwohner, wenn der Biker gemütlich und ertragbar am Haus vorbeituckert, aber am Ortsschild brachial aufreißt und dann noch die nächsten 5 km nervig zu hören ist.
      Man muss sich einfach mal klar machen, dass es Menschen gibt, die sich auch auf das Wochenende freuen. Die vielleicht gerne auf der Terrasse das Wochenende genießen wollen, in Ruhe Kaffee trinken und Kraft für den täglichen Stress auf der Arbeit tanken wollen……… und dann leider in der Gegend wohnen, wo sich andere ganztägig mit ihren Maschinen austoben und ihre immer wieder zitierte „Freiheit“ ausleben.
      Wo soll denn dieser Mensch jemals zur Ruhe kommen? Wahrscheinlich im Winter…..

      Was mich immer wieder zur Weißglut treibt ist, wenn sich jemand dem Thema komplett verwehrt, aber dann nur mit Gehörschutz fährt, weil das sonst viel zu laut ist.
      Es ist nun mal so wie es auch schon angesprochen wurde: Lärm ist nur das was die anderen machen. Da man auf die Vernunft der Fahrer so lange warten kann wie auf einen pünktlichen ICE, geht das leider nur über Verbote, Strafen und Reglementierung.

      Da sage ich schon mal an alle Unbelehrbaren: Danke für jede Streckensperrung!

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      1. Hallo Udo

        Da hast Du Recht.
        Eine Maximalbeschränkung auf 70 dB wäre die beste Lösung und einfach umzusetzen.
        Messtechnisch meine ich.

        Als ich jetzt die 70 dB gelesen habe, musste ich auch erst mal schlucken, denn die meisten Motorräder die ich kenne haben so um die 88 bis 93 dB ohne dass ich die jetzt als sehr laut empfinde.

        Aber eben, wenn alle leise unterwegs sind, dann braucht keiner mehr laut zu sein.

        In einen Tesla finde ich immer noch äusserst schick, obwohl oder vielleicht gerade WEIL er säuselnd an mir vorbei rollt.

        Am vergangenen Samstag war mein Nachbar wieder mit dem Laubgebläse unterwegs.
        Hatte beinahe wieder einen Blutrausch als ich das Gerät auf seinem Rücken sah.

        Vorbei ist es mit der Ruhe und einer entspannten Tasse Kaffee auf dem Balkon – war mein erster Gedanke.

        Da schmiss er die Maschine an und ich dachte ich spinne.

        Die Blätter flogen mit Druck weg und das Einzige was ich hörte war SSSSsssssSSSSSsssssSSSSSSssss

        Er hat sich tatsächlich ein E-Laubgebläse geholt.

        Meine erste Reaktion war, dass ich in den Morgenmantel rutschte, zu ihm hinlatschte und mich herzlichst dafür bedankte – denn er gab mir und wahrscheinlich den meisten Nachbarn ein grosses Stück Lebensqualität zurück.

        In der heutigen Zeit sind leise Motoren State of the Art.

        Hahaha
        Jetzt wo Du es sagst.
        Stimmt, es gibt ja tatsächlich solche, die mit Gehörschutz Motorrad fahren, weil es sonst zu laut ist.

        Daran hatte ich jetzt gar nicht mehr gedacht.

        Mein Wunsch ist es eben, dass es nicht zu Verboten, Strafen, Reglementierungen und Streckensperrungen kommt.
        Wenn wir alle etwas mehr an die anderen denken, dann sollte es auch ohne gehen.

        Früher hatten wir Motorradfahrer einen guten Ruf und waren an den meisten Orten gern gesehene Gäste.
        In den letzten Jahren hat sich das leider stark geändert.

        Ich hoffe, dass sich das wieder ändern wird.

        Viele Grüsse
        Dominique

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  3. Motorräder sind seit 20 Jahren nicht mehr laut. Die EU Homologation ist da sehr eindeutig.
    Problem sind Nachrüstungen, die entnehmbare DB Killer haben.

    Die Lösung ist einfach. Bei Manipulation 1000 Euro Geldstrafe und Fahrverbot und definitiv keine Verbote und Streckensperrungen.

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    1. Hallo Plietsche Jung

      Ich widerspreche Dir nur ungern, doch leider trifft das nicht zu.

      Denn die Messwerte sind praxisfremd.
      Es wird nur in einem bestimmten Drehzahlbereich in einem gewissen Gang gemessen.

      Was dazu führt, dass in anderen Drehzahlbereichen die Lärmentwicklung massiv abweichen kann.
      Das öffnete auch die Tür für die unterschiedlichen Klappenauspuffe, die eben den Schalldämpfer nur in dem vom Gesetz vorgeschriebenen Drehzahlbereich schliessen, ansonsten den Lärm ungedämmt passieren lassen.

      Viele Motorräder hatten oder haben solche Klappenauspuffe bereits ab Werk.

      An einer Harley, mit einer völlig legalen Klappenanlage aus dem Zubehörprogramm, wurden dabei bis zu 128 dB gemessen.
      Das hat in etwa den Wert eines startenden Düsenflugzeug.

      Meiner Meinung nach ist das in der heutigen Zeit nicht mehr angemessen.

      Ich schliesse mich Deiner Meinung an, dass bei einer Manipulation an der Auspuffanlage heftige Strafen und ein Fahrverbot folgen sollte.

      Aber wie es Udo schon richtig sagte, wenn der Gesetzgeber nur noch leisere Motorräder auf die Strasse lassen würde, dann wäre das Thema schon im Ansatz erledigt.

      Und trotzdem, ich glaube, dass man von jedem erwarten kann, dass er die Zeichen der Zeit erkennt und Rücksicht auf andere nimmt.
      Denn Streckensperrungen werden sonst immer mehr die Folge sein und ich glaube, dass keiner von uns das will.

      Viele Grüsse
      Dominique

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      1. Ich bin absolut deiner Meinung.
        Das Hauptproblem sind die 5% Ignoranten und die flapsige Zulassung solcher Auspufflangen, die Klappen besitzen oder mit Stahlwolle versuchen, den Schall zu dämpfen.

        Mir nervt es sogar, hinter so einem Kameraden herzufahren. Es wird damit so viel kaputtgemacht und auch Geschwindigkeiten suggeriert, die gar nicht da ist.

        Ergo: Die Raser, die Halbstarken, die Irren.

        Ich habe nichts gegen Kontrollen, wohl aber gegen Streckensperrungen.

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      2. Da bin ich absolut bei Dir.

        Es sind immer nur wenige die übertreiben müssen.
        Die Konsequenzen tragen dann aber alle.

        Haha
        Stimmt, empfunden höhere Geschwindigkeit durch mehr Lärm.

        Auch da stimme ich Dir zu.
        Lieber mehr und gründliche Kontrollen . . .
        Ich will auf keinen Fall noch mehr Streckensperrungen.

        Es liegt also an uns Motorradfahrer, dass wir Rücksicht auf unsere Mitmenschen nehmen.
        Es wäre bestimmt auch gut, wenn wir lärmende Motorradfahrer gerade direkt ansprechen,

        Viele Grüsse
        Dominique

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      3. Du glaubst wirklich, du dringst durch, wenn du das ansprichst ?

        In dem Forum, wo ich mitlese, gibt es so viel Zeug, welches die Betriebserlaubnis erlöschen ließe. Und das sind keine Streetfighter.

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      4. Lass mir bitte die Hoffnung. 😉

        Ich weiss, dass das Motorrad für viele noch das letzte Stück Freiheit bedeutet.
        Leider wird das von einigen auch mit rechtsfreiem Raum verwechselt.

        Da muss ich, zumindest hier in der Schweiz, auch der Berufsgruppe mit Einheitsbekleidung einen Vorwurf machen.

        Als ich, gefühlt in der Steinzeit, meinen Führerschein gemacht habe, war öfters eine Grosskontrolle angesagt, bei der neben dem Lenker auch das ganze Fahrzeug kontrolliert wurde.

        Oftmals auch zusammen mit Spezialisten vom Strassenverkehrsamt.

        Diese Grosskontrollen waren gefürchtet.

        Jetzt kann man jahrelang unterwegs sein, ohne auch nur ein einziges Mal angehalten zu werden, geschweige denn, dass das Fahrzeug kontrolliert wird.

        So kommt es nicht von ungefähr, dass die Hemmschwelle, das Fahrzeug nicht gesetzeskonform abzuändern, sinkt.

        Ein paar scharfe Kontrollen würden da bestimmt einiges ändern.
        So ganz nebenbei könnten dabei auch gleich die alkoholisierten Fahrer ausgesiebt werden.
        Aber das ist ein anderes Thema.

        Viele Grüsse
        Dominique

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      5. Nu ja, bis das Fahrzeug beschlagnahmt wird, musst Du schon ordentlich übertreiben.
        Ich kenne persönlich niemanden, dem das passiert ist.

        Anders sieht es bei Personen aus, die nicht in der Schweiz leben, da kann ein Fahrzeug sichergestellt werden, wenn Bussen nicht bezahlt werden.

        Das können aber auch andere Länder.

        Auch in Deutschland oder Italien kann das Fahrzeug von einem Schweizer sichergestellt werden, wenn er eine Busse nicht sofort begleicht oder Bussen nicht bezahlt hat.

        Aber ja, es hat herrliche Motorradstrecken in unserem kleinen Land. 🙂

        Viele Grüsse
        Dominique

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  4. Tja, was das ansprechen angeht, habe ich da auch keine Hoffnung.

    Auch in meinem Bekanntenkreis herrscht die Meinung vor, dass ein Bike so richtig schön laut sein muss damit es auch so richtig schön fetzt beim fahren.
    Da kann ich nur den Kopf schütteln und eben auf den Gesetzgeber hoffen, der das dann mit seinem (so wird man es wieder deuten) „Überwachungs- und Verbotswahn“ die armen, ach so armen Biker in ihrer Freiheit beschneidet, obwohl die ja alle so brav sind.

    Auch ich möchte z.B. in Südtirol gerne gesehen werden, wenn ich als zweiradfahrender Gast dort aufschlage und nicht für die Ignoranz und Arroganz von anderen herhalten müssen.
    Dafür macht dieses Hobby einfach zu viel Spaß – auch leise :o)

    Gefällt 1 Person

    1. Da kann ich nur hoffen, dass bei allen den Betreffenden bald die Einsicht kommt und nicht noch weitere Regulationen in Kraft treten müssen.

      Stimmt, unser Hobby macht mächtig Spass.
      Und ich will auch in Zukunft frei entscheiden können, wann und wo ich mir den Wind um die Nase wehen lasse. 🙂

      Viele Grüsse
      Dominique

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